Ein Schwüler Maitag
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- Kategorie: aktuelles
- Veröffentlicht am Donnerstag, 10. Mai 2012 18:27
- Geschrieben von Patrick Ulm
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Es ist Sommer geworden. Die Eisheiligen sind vorüber gezogen und hinterlassen eine schwere angespannte Luft. Es scheint als mache die Luft den Leuten schlechte Launen. Alle sind irgendwie gereizt, als hätte der Frühling keine Freude zurückgelassen. Alles ist ruhig und wie stehend. Es will nicht so recht zum Chaos passen das die Welt als ganzes zu sein scheint. Trauer ist es nicht, denn niemand denkt an die Vergangenheit, aber auch nicht an die Zukunft. Es ist mehr, als laste die Gegenwart unverzerrt auf den Menschen. Die Luft riecht blumig nach Pollen, schwanger von der natürlichen Vielfalt. Ich bemerke wenig Insekten, aber die Vögel sind munter und singen. Alle starren gebannt auf die Lage in Europa, aber der Taktgeber ist verklungen. Die Wahlen lähmen den sonstigen Fortgang und aus Berlin kommt keine Positionsmeldung, eine laue laute Stille. Aber die Pause ist nicht willkommen. Beinahe ist es als ob die Menschen nach Schreckensmeldungen suchten, damit der Schrecken der Welt vergleichbar bleibt. Man kann nur im eigenen Horizont verharren, wenn er Dinge beinhaltet, die schlimm genug sind, um einen anständigen Rahmen abzugeben. Und wir sind trainiert Dinge für schlimm zu halten, die Milliarden Kosten oder viele Menschenleben, die Natur zerstören oder eine große Ungerechtigkeit beinhalten, selber groß genug um einen Krieg auszulösen. Der moderne Europäer will sich glücklich, aber nicht lächerlich vorkommen. Die eigenen kleinen Probleme sollen mit den großen korrespondieren. Ein ärgerliches Loch in der Haushaltskasse wird lächerlich über den gesammten Erdball betrachtet. Und wir wollen nicht von uns wegsehen, das widerspricht unserem Egozentrischen Weltbild und unserer Angewohnheit der sittlich beschränkten Neugierde. Man muss schon ein sittenloser Strolch sein, um über die Gebühr neugierig zu sein, um sich das eigene Abendbrot mit sterbenden Kindern in Afrika zu verunreinigen. Man nimmt sich immer noch dezent genug ernst, um sich wichtig zu nehmen. Ja es ist eine eklige Stille in Deutschland.
Das kleine bischen "trotzdem"
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- Kategorie: Worte
- Veröffentlicht am Donnerstag, 01. März 2012 20:21
- Geschrieben von Patrick Ulm
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Wie drückt man aus, was nicht auszudrücken ist? Wie will man zärtliche Gefühle auf Papier tragen, wie will man Opferbereitschaft auf die Leinwand spannen, wie Leidenschaft in Worte fassen? Eine kleine strahlende Kugel sitzt in meinem Kopf und wiegt schwer, als ob ein kleiner Wasserfall, durch einen Staudamm gehalten, herrausgelassen werden will. Er will Welt werden, eins werden mit dem Leben und es färben, klingen lassen, bis ein warmes brummen meinen ganzen Leib erfüllt. Jeder Ansatz ein Staub hustender Versuch ungelenker Hände, mir fehlt der Mut das unfassbare hinaus zu schreien. Jeder tropfen emotionaler Tinte ist zu wertvoll ihn einfach in die Welt zu schmieren. Allzu leicht versickert, was einmal gesagt wurde. Und gleichzeitig ist mir diese Angst selbst, ein Staudamm des Perfektionismus, eine Baum hohe Hürde der Zaghaftigkeit. Aber man kann so schwer in Worten um sich schlagen ohne Bitter beißenden Zynismus und polternde Arroganz. Ich will doch nur Pflanzen, Gräser, Blüten treiben. Ein lebendiges kleines Wesen, das der Kugel aus meinem Kopf entspringt. Aber ach unmögliches verlange ich da. Die Welt ist eitel und vergänglich, unvollständig und unaufhörlich treibend, geradezu gefrässig macht sie all unser schaffen zu nichte. Uns bleibt nur unaufhörliches kämpfen um die par Wellen die wir verursachen bis auch die, mal früher mal später, im Meer des Lebens aufgehen. Leben ist Frust, Frost, rostet dahin und vergeht zu Staub. Schrecklich. Wenn wir nicht ein kleines bischen "trotzdem" fänden, verlören wir glatt den Verstand.
Toleranz
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- Kategorie: Mensch und Umwelt
- Veröffentlicht am Montag, 10. Oktober 2011 17:46
- Geschrieben von Patrick Ulm
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Den Kampf für Frieden kämpft jeder einmal selbst und sei dir gewiss, du kämpfst ihn auch und wirst ihn kämpfen. Gegen Intoleranz kämpft jeder täglich an. Wenn ein anderer dir begegnet, kämpft jeder diesen Kampf gegen sich und gegen den, der innerlich sich selbst bekämpft. Jeder Mensch ist tolerant und jeder intolerant. Keiner darf auf ewig sich auf einen dieser Stühle setzen. Ja mehr noch als du ein Intoleranter bist, hast du sie nötig die Intoleranz und wirst dir nicht erlauben anderer Unmoral zu tolerieren. Doch wann dies grenzen, abgrenzen angemessen und wann nicht angemessen ist, das bekommt ein jeder angelernt und nicht mit in die Wiege. Das Leben lehrt, die Menschen lehren und du musst auch noch fassen und verstehen, so wird ein jeder tolerieren und nicht tolerieren, was er lernt, versteht und fasst. So lass es denn in künftigen Zeiten etwas mehr vom einen und weniger vom anderen sein.
Ich kann nicht
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- Kategorie: Gefrorene Zeit
- Veröffentlicht am Samstag, 03. Dezember 2011 14:42
- Geschrieben von Patrick Ulm
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Nein, ich kann nicht machen was du von mir willst
Du willst alles überstürzen,
willst alles, immer, sofort und ganz und unbedingt
behütet, ohne Weisheit bist du unschuldig naiv
du verstehst nicht, wenn ich sage nein.
Aber ich muss, ich muss, ich kann nicht machen was du von mir willst.
Ich muss dich halten, wenn du fällst
muss dich tragen wenn du schläfst
muss dich wärmen, wenn du frierst
Muss nein sagen, um dich zu behüten
Du hängst dich an die Dinge, die schön erscheinen
dein Auge erfreut sich an so vielen
Menschen, Dinge, Vögel fliegen, Meeresrauschen, Blätterrascheln
So wechselhaft und kurz sind alle deine Freuden
Du erträgst der Welt Vergänglichkeit nicht gut
Aber ich bin da, um dich zu halten, zu tragen, wärmen
wenn du fällst und schläfst und frierst.
Fatal scheinen mir deine Wünsche, ja dein Sehnen nach allen diesen Dingen
Ich habe Angst, weißt du, ich habe Angst
Ich will nicht, dass du dir weh tust
Ich kann nicht sehen, wie du fällst
Wie du einsam schläfst und schrecklich frierst.
Doch ich versteh dich.
Ich kenne dies Verlangen, kenne diese Freuden
kenne ihre Süße, ihre Schönheit, Heiligkeit
Die Unendliche Weite ihrer Größe,
aber ich kann dich nicht fliegen lassen.
Mein kleiner Ikarus, dein Mut ist groß, aber deine Flügel aus wachs
Kann nicht aufhören wachsam zu sein.
Du musst es doch ein mal, ein mal nur verstehen.
Nein versteh doch, ich kann nicht „Ja“ sagen
Mein schlagendes Herz, ich kann nicht machen, was du von mir willst.
Farben
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- Kategorie: Worte
- Veröffentlicht am Dienstag, 04. Oktober 2011 18:34
- Geschrieben von Patrick Ulm
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Hier mal wieder einige Gedanken, die ursprünglich von einem einzigen Wort ausgingen, das ich zur Erklärung suchte.
Farben in uns

Diese ganz seltsame Stimmung. Die Farbe in der Hand zu haben, mit der ich die Dinge malen kann, die ich immer schon wollte. Trägt ein Mensch Bilder im Herzen, können sie noch so sinnvoll sein, wenn er die Farben nicht hat, um zu malen, sie Wirklichkeit werden zu lassen, bleiben sie Gedanken. Wenn die Seele schimmert, wenn tausend kleine Emotionen auf mir, wie auf einer Harfe spielen, dann bin ich so voll von Farbe, dass meine Bilder die Welt verändern können. Dann kann ich mit Worten, Mimen, Zeichen, Bilder malen, die auch in die verirrtesten Ecken fallen. Emotionelle Farbe ist menschlich und Menschlichkeit versteht der Mensch auch, wenn er anders denkt. Die blanke Aussage ist wie ein grafisches Profil, schwarz weiß mit viel Raum für Interpretation für Farben. Wenn ein Bild bunt und harmonisch ist, dann spricht es nicht nur, es wirkt. Es wirkt und strahlt auf alle Tiefen durch in Ecken, in denen vielleicht noch nie ein Funken gefallen ist. Das ist vielleicht etwas dick aufgetragen, mit Kreide gemalt quasi, aber es entspricht dem Gedanken, dass Menschen, die andere Menschen erreichen wollen, nie zu abstrakt werden dürfen. Und fragt man sich womit man die Linien und Flächen abstrakter Ideen ausmalen soll, dann gibt es nur eine Antwort. Mit Menschlichkeit. Die steht jedem zur Verfügung und jeder kann sie sehen.

